
In der 20. Ausgabe der care konkret wurde gezeigt, wie unsere KI-Lösung im Service-Wohnen dabei hilft, Notfälle frühzeitig zu erkennen, Prozesse zu vereinfachen und Mitarbeitende spürbar zu entlasten.
Unser Beitrag:
In Deutschland leben rund sechs Millionen ältere Menschen allein, die im Notfall auf schnelle Unterstützung angewiesen sind. Mit dem demografischen Wandel wächst die Zahl weiter. Konzepte wie Service- oder Betreutes Wohnen gewinnen daher an Bedeutung, weil sie den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben im eigenen Zuhause mit einem Maß an Sicherheit verbinden. Damit steigen auch die Anforderungen an Betreiber solcher Angebote. Sie müssen die Sicherheit der Mieter:innen gewährleisten, das Personal entlasten und gleichzeitig wirtschaftlich sein. Viele klassische Notrufsysteme stoßen dabei an Grenzen, etwa weil sie aktiv bedient und getragen werden müssen oder zu Fehlalarmen führen.
Die vorhandene Infrastruktur wird genutzt:
Auch die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen stand vor diesen Herausforderungen und entschied sich für Veli. Mit dem Ansatz „Safety as a Service“ werden Alltagssicherheit, Gebäudeschutz, Fachkräfteentlastung und energiebewusstes Wohnen verbunden. Veli nutzt dafür vorhandene Infrastruktur: Strom- und Wasserzähler. Die KI analysiert Verbrauchswerte und prüft sie in Echtzeit auf ungewöhnliche Aktivitäten, sodass bspw. angelassene Herdplatten, Leckagen oder Stürze erkannt werden. Bei Auffälligkeiten werden automatisch Hausmeister, Betreuungspersonal oder Angehörige informiert – ganz ohne manuelle Bedienung.
Nach einer Evaluierungsphase in 14 Wohnungen wurde das System zunächst in einem weiteren Gebäude ausgerollt, bevor weitere Standorte folgten und Veli zum Sicherheitsstandard des Betreibers wurde. Am Standort Kassel hatte zuvor über 25 Jahre die 24-Stunden-Taste als Sicherheitssystem gedient. Wurde innerhalb von 24 Stunden der Lichtschalter im Bad nicht betätigt, erhielt das Personal einen Alarm über das Lichtrufsystem, wobei es regelmäßig zu Fehlschaltungen kam. Vor 15 Jahren installierte die Ev. Altenhilfe erstmals ein AAL-System, das zunächst gut funktionierte, bis der Anbieter Insolvenz anmeldete. Nach einer technischen Begehung wurde Veli an das bestehende System angebunden, sodass auch Veli-Alarme über das Lichtrufsystem angezeigt werden. Zusätzlich wurde ein Tablet installiert: „Das mit der App klappt super. Die Mitarbeitenden schalten den Alarm in der App aus, kümmern sich und gehen dann in die Wohnung“, berichtet Ortrud Freye, Koordinatorin Service-Wohnen Kassel.
Bestehende Services werden integriert:
Häufig gibt es im Bereich Service-Wohnen komplexe technische und organisatorische Strukturen, die u. a. auf uneinheitliche Infrastruktur zurückzuführen sind – so auch bei der Ev. Altenhilfe Gesundbrunnen. Während sich der Standort Kassel auf ein internes Sicherheitssystem verlässt, arbeitet Birstein mit dem Johanniter-Hausnotruf und in Ahnatal sorgen interne Ressourcen gemeinsam mit dem DRK für Sicherheit. Der Vorteil an Veli ist, dass es ohne Umbauten in bestehende Infrastrukturen und Services integriert werden kann und so einfach in allen Einrichtungen eingeführt wurde.
Doch nicht nur Sicherheitssysteme stellen Betreiber vor Herausforderungen. Auch Aufgaben außerhalb des Kerngeschäfts – etwa Abrechnungen und Messsysteme – binden Ressourcen. Im Rahmen von „Safety as a Service“ bietet Veli gemeinsam mit den Messdienstpartnern neben Personen- und Gebäudeschutz digitale, transparente Mietnebenkostenabrechnungen sowie eine bessere Datenverfügbarkeit. Damit werden Daten einfach für Energiemonitoring, Nachhaltigkeitskonzepte oder ESG-Berichte bereitgestellt. Durch den einheitlichen Ansatz spart sich das Personal in der Zentraleinrichtung sowohl Verwaltungsaufwand als auch Zeit.
Geschäftsführer Ralf Pfannkuche zieht eine positive Bilanz:
„Veli erleichtert unseren Arbeitsalltag in den Häusern mit Service-Wohnen spürbar. Die Bedienung ist einfach und intuitiv, und vor allem hilft es uns, unsere Abläufe besser zu organisieren. Besonders schätzen wir, dass wir in mehreren Bereichen zugleich profitieren: Unsere Mieter fühlen sich sicherer. Die Digitalisierung nimmt uns Arbeit ab – sei es in der Betreuung, der Haustechnik oder der Verwaltung. Wir können unsere Prozesse standardisieren und damit die Vielfalt an unterschiedlichen Systemen in unseren Häusern reduzieren.“
40-mal weniger Alarm als früher:
Dieses Fazit spiegelt sich in den Zahlen aus dem Jahr 2025 wider. Am Standort Kassel wurden über 40-mal weniger Alarme ausgelöst als mit der früheren 24-Stunden-Taste. Es wurden vier Notfälle, fünf vergessene Herdplatten und vier defekte Toilettenspülungen (300 l/Tag) entdeckt. Zudem wurde ein Wasserschaden verhindert, zwei defekte Wasserzähler erkannt und vier fehlerhafte Ablesewerte für die Nebenkostenabrechnung plausibilisiert.
Diese Erfahrungen zeigen, dass digitale Systeme wie Veli sowohl die Sicherheit erhöhen als auch Abläufe in Betreuung, Technik und Verwaltung effizienter gestalten und somit mehrere Herausforderungen gleichzeitig angehen. Dies zeigte sich auch bei weiteren bundesweiten erfolgreichen Umsetzungen, u. a. bei der Caritas, ASB, DRK oder GDA. Ortrud Freye schließt: „Veli ist dafür da, dass ich nicht mehr alles zu wissen brauche.“
Quelle: Ausgabe 20 | 15.5.2026 | H 46794 | 29. Jahrgang carekonkret-digital.ne